Suche:
stacks_image_78490BEF-1F3F-4B49-B0EC-40448DBA89C3

Die Immobilienwirtschaft in Deutschland

Anteil am deutschen Anlagevermögen
Die Bedeutung der Immobilienbranche lässt sich sehr anschaulich am Wert des Anlagevermögens des Immobilienbestandes verdeutlichen. Unabhängig vom Verwendungszweck und den Eigentumsverhältnissen verkörpern Immobilien mehr als vier Fünftel des gesamtwirtschaftlichen Anlagevermögens. Den größten Anteil daran haben mit 51 % die gegenwärtig knapp 39,8 Millionen Wohnungen. Bewertet zu Wiederbeschaffungspreisen und nach Abzug der kumulierten Abschreibungen repräsentieren sie einen Wert von fast 4 Billionen €. Wohn- und Nichtwohnbauten zusammengerechnet erreichen einen Anteil von 86 % des gesamtwirtschaftlichen Anlagevermögens in Deutschland.

stacks_image_975279F3-FD99-472C-B774-0910F95CC6A8
Zum Anlagevermögen im Sinne der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zählen alle Vermögensgüter, die länger als ein Jahr wiederholt oder dauerhaft in der Produktion eingesetzt werden. Die Anlagegegenstände, aus denen sich das Anlagevermögen bildet, werden in materielle Güter oder Sachanlagen und immaterielle Güter eingeteilt. Zu den Sachanlagen gehören Bauten einschließlich Straßen, Ausrüstungen sowie Nutztiere und Nutzpflanzen. Immaterielle Anlagegüter sind insbesondere Computerprogramme, Datenbanken und Urheberrechte. Finanzanlagen, aktivierte Firmenwerte und nichtproduzierte Sachanlagen wie z. B. Grundstücke gehören nicht zum Anlagevermögen. Ebenfalls nicht enthalten ist das Gebrauchsvermögen der Privathaushalte. Statt vom Anlagevermögen wird in der Volkswirtschaftslehre auch vom Kapitalstock gesprochen.

Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung
Immobilien sind sehr teure und sehr langlebige Wirtschaftsgüter. Dies sind Gründe für den großen Anteil der Immobilien am deutschen Anlagevermögen. Aber auch an der jährlichen gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung hat die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft einen großen und seit Jahren wachsenden Anteil.

stacks_image_5AF3E4A2-F97D-4033-B8D8-8EC53F74C23C

Bei der Berechnung der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung werden im Rahmen der amtlichen volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht allein die um Vorleistungen bereinigten Umsätze der professionellen Immobilienunternehmen, sondern auch die von Privatpersonen vermieteten Wohnräume sowie mit einem kalkulatorischen Leistungsbeitrag auch alle selbst genutzten Wohnungen einberechnet. Es also die Wirtschaftsleistung des kompletten Wohnungssektors berücksichtigt, nicht nur der Anteil der gewerblich-professionellen Unternehmen.

1991 lag der Wertschöpfungsanteil der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft noch bei 8,9 %. Seitdem hat er sich kontinuierlich erhöht und liegt mittlerweile bei 12 %. In absoluten Zahlen gerechnet erbrachte die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft im Jahre 2005 einen Wertschöpfungsbeitrag in Höhe von 243 Mrd. €. Im gleichen Jahr erreichte das Baugewerbe 80 Mrd. €, die Automobilbranche 74 Mrd. € und die Chemie 47 Mrd. €.

Die vorgenannten Zahlen sind den „Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen“ des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2007, erschienen am 26.11.2008 entnommen. Sie können kostenfrei im Internet eingesehen und heruntergeladen werden mit folgender URL.:

https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?CSPCHD=0000000100004k4qxhml000000xbar41Ke8p98BFODuSvEAw--&cmspath=struktur,Warenkorb.csp

Die Tabellen zum Anlagevermögen und zur Wertschöpfung finden sich auf Seite 51 ff. Detaillierter sind die einzelnen Bereiche auf den Seiten 91 ff dargestellt.

Der GdW hat in der Ausgabe 2009/2010 seines jährlichen Branchenüberblicks „Daten und Trends“ ausgeführt, dass die Immobilienwirtschaft insgesamt, also einschließlich der Bauwirtschaft und sonstiger Gebäudedienstleister (z.B. Facility Management), im Jahre 2006 mit 389 Milliarden EUR 18,6 % zur gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung beitrug.

Allein die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft im oben genannten Sinne des Statistischen Bundesamtes schuf für 251 Milliarden Werte, dass waren also 8 Milliarden € oder 3,3 % mehr als im Jahr zuvor. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung machte mit 12,0 % immer noch weit mehr als die öffentlich viel beachtete Branchen wie etwa die Autoindustrie (81,1 Milliarden EUR = 3,9 %) oder der Maschinenbau (73,6 Milliarden EUR = 3,5 %) aus.

letzte Änderung am 21.07.2009