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Die Immobilienwirtschaft

Die Immobilienwirtschaft ist für die deutsche Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung. Der überwiegende Teil des deutschen Anlagevermögens (ohne Grundstücke) besteht aus Immobilien. Auch mit ihrem Anteil an der jährlichen Wertschöpfung des Landes muss sich die Immobilienwirtschaft nicht verstecken. Wir wollen in diesem Bereich unserer Webseite einige der Zahlen, die sich sonst in den Tiefen der Auswertungen der Statistiker verstecken, ans Licht holen und so eine korrekt Einordnung der Bedeutung der Immobilienwirtschaft, insbesondere der Wohnungswirtschaft, und der Arbeit der in ihr Tätigen ermöglichen.

Verglichen mit diesen beeindruckenden Zahlen ist die öffentliche Wahrnehmung der Immobilienwirtschaft völlig unzureichend. Dies hat viele Ursachen. Eine ist sicherlich ihre mittelständische Struktur, also die im Vergleich zu anderen Branchen geringe Größe der Immobilienunternehmen. Selbst die ganz großen Wohnungsgesellschaften erreichen lediglich Umsätze und Mitarbeiterzahlen, die bei den Automobil- und Chemieunternehmen einzelne Abteilungen haben. Um so wichtiger ist die Selbstorganisation in Verbänden, auf deren Darstellung wir daher auch einen Schwerpunkt legen werden.

Bericht über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland


Am 3. Juni 2009 hat die Bundesregierung ihren 1. Bericht zur Wohnungs- und Immobilienwirtschaft vorgelegt.

Laut Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee leistet die Immobilienwirtschaft einen erheblichen Beitrag für die Volkswirtschaft insgesamt. Sie sei eine wichtige Wachstumsbranche. Auch in der Finanzkrise bleibe der deutsche Wohnungs- und Immobilienmarkt ein stabilisierender Faktor für die Gesamtwirtschaft. Das liege insbesondere an den in Deutschland üblichen sicheren und langfristig ausgerichteten Finanzierungsinstrumenten, wie z.B. Festzinshypotheken und Bausparen. Es habe in den vergangenen Jahren keine spekulativen Übertreibungen und keine Immobilienpreisblasen gegeben, daher auch aktuell keine Zusammenbrüche, die die Gesamtwirtschaft belasteten. In den USA sei der Immobiliensektor Auslöser der Finanz- und Wirtschaftskrise, in Deutschland sei diese Branche dagegen ein wichtiger und sicherer Stabilitätsfaktor.

Die Wohnungsversorgung in Deutschland ist laut Bericht gut. In den vergangenen Jahren wurde vorrangig bestehender Wohnraum saniert und modernisiert (Die Kehrseite: Es wurde nur wenig neu gebaut). Die Bundesregierung habe gezielte Maßnahmen für die energetische und die altersgerechte Anpassung von Wohnungen und Häusern geschaffen. Allein über das CO2- Gebäudesanierungsprogramm mit einem Investitionsvolumen von 40 Milliarden Euro seien seit 2006 bis heute über 900.000 Wohnungen energetisch saniert oder gleich energieeffizient gebaut worden. Im Rahmen des Konjunkturpakets I würden die Mittel noch einmal kräftig aufgestockt.

Im Auge behalten müssen man aber auch den Neubau in Deutschland. Er bewege sich aktuell an der Untergrenze des nachhaltigen Bedarfs. Diese Entwicklung werde das Ministerium weiterhin aufmerksam verfolgen. Es dürfe nicht zu einem Unterangebot kommen, das dann zu höheren Mieten führen würde.

Die soziale Sicherung des Wohnens sei auch in Zukunft Schwerpunkt der Wohnungspolitik. Deshalb habe man das Wohngeld reformiert und seit Beginn 2009 deutlich angehoben. Die Leistungsverbesserungen hätten insgesamt ein Volumen von 520 Millionen Euro. Rund 800.00 Haushalte profitierten davon.

Rund eine Million Wohnungen seien 2004 bis 2008 von ausländischen Investoren gekauft worden. Die Bundesregierung beobachte genau, ob dies negative Auswirkungen auf Wohnungsmarkt und Stadtentwicklung habe.

Der gesamte Bericht ist im Internet abrufbar. Die URL lautet:

http://www.bmvbs.de/-,302.1078773/Tiefensee-Immobilienwirtschaft.htm

letzte Änderung am 18.06.2009