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Vetter, Hartmann


Die Geschäfte des Berliner Mietervereins führt seit mehr als 25 Jahren Hartmann Vetter, ein durchaus charismatischer Rechtsanwalt, dem schon aufgrund seiner immensen Erfahrung kein Thema, keine Geschichte und vor allem kein Skandal fremd ist.

Neben seiner Tätigkeit beim Berliner Mieterverein übt er auch noch eine Reihe anderer Funktionen aus. So sitzt er beispielsweise im Beirat der Berliner Wasserbetriebe und bringt dort sicher die Stimme der Verbraucher zu Gehör.

Der Tagesspiegel schrieb über ihn:

Er kennt das schon. „Ich hab da mal eine Frage …“ Wenn Hartmann Vetter (60) diese Einleitung hört, in der U-Bahn oder auf einer Party, ist es Zeit, schnell abzutauchen. Dann folgt eine Geschichte über ausbeuterische Vermieter, streitsüchtige Nachbarn oder Hausverwaltungen. In der U-Bahn greift Vetter – Hauptgeschäftsführer des Berliner Mietervereins – zu einem Trick. „Tut mir Leid, Sie irren“, sagt er dann. „Ich sehe dem Vetter zwar ähnlich, bin es aber nicht.“

Als man ihm damals die Geschäftsführung des Mietervereins antrug, dachte Vetter: „Ein, zwei Jahre – kann ja als Erfahrung nicht schädlich sein.“ Das ist jetzt 26 Jahre her. Inzwischen gilt Vetter gewissermaßen als der personifizierte Berliner Mieter, auch wenn er selbst nicht mehr zur Miete wohnt. Bereut hat er seine damalige Entscheidung nicht. „Das hat damals Spaß gemacht und macht heute Spaß.“

Damals: Da hatte der Mieterverein knapp 10 000 Mitglieder. Die Lage auf dem Markt war geprägt durch Leerstand und gleichzeitige Wohnungsnot, es gab Proteste und Hausbesetzungen gegen die Kahlschlagsanierung und Stadterneuerung im großen Stil. „Die heiße Phase“ nennt Vetter die Zeit. 1968 hatte die Studentenbewegung den 23-jährigen Jurastudenten aus Köln nach Berlin gezogen. Zur Mietenpolitik kam Vetter durch sein Zweitstudium, in dem sich der junge Jurist als Stadt- und Regionalplaner qualifizierte. Seine Zulassung als Anwalt hat Vetter bis heute.

Heute: Jetzt hat der Mieterverein rund 150 000 Mitglieder. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich beruhigt, auch wenn es noch „einen großen Bedarf an bezahlbaren Wohnungen“ gibt. „Die Leute haben kaum noch Geld.“ Was in Vetters Leben nicht Miete ist, ist Sport. Das Auto hat der Vater eines erwachsenen Sohnes abgeschafft, er macht Yoga, läuft Marathon, für den letzten brauchte er 3 Stunden 59 Minuten. Und wenn er „richtig“ reiten will, fliegt Vetter nach Argentinien. Wo die „Pferde toll“, das „Land so weit“ und die Natur „wunderschön“ ist. Vetter, der Gaucho. „Da jage ich auch die Kühe.“

Der Tagesspiegel vom 12.02.2006


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www.berliner-mieterverein.de