IBB-Wohnungsmarktbericht 2009 - Zahlen zur Wohnungsversorgung
Der IBB-Wohnungsmarktbericht gibt die Zahlen des Jahres 2008 wieder. Er ist im Internet auf der Seite der IBB kostenfrei abrufbar. Auf den Seiten 40 ff finden sich die Zahlen zur Wohnungsversorgung.
Die aktuellen Wohnungsgrößen
Im Durchschnitt hatte eine Berliner Wohnung im Jahr 2008 eine Größe von 70,4 m2. Im Bundesdurchschnitt liegt die Wohnungsgröße bei 86,4 m2. Im Vergleich mit anderen Großstädten bewegt sich die durchschnittliche Berliner Wohnungsgröße auf einem üblichen Niveau.

Im Gegensatz zu ländlich geprägten Räumen überwiegt in den Großstädten der Anteil von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern gegenüber dem Anteil von Einfamilienhäusern, die in der Regel über größere Wohnflächen verfügen. Dies ist in Berlin nicht anders. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung vom 24.03.2009 über die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 berichtet hat, betrug die durchschnittliche Wohnfläche aller Berliner Haushalte Anfang des Jahres 2008 rund 71 qm. Erhebliche Unterschiede bei der Wohnfläche bestehen danach zwischen Mieter- und Eigentümerhaushalten. Den 16 % der Berliner, die 2008 in den eigenen vier Wänden wohnen, stehen im Schnitt 103 qm Wohnfläche zur Verfügung, das heißt 38 qm mehr als in den Mieterhaushalten mit lediglich 65 qm Wohnfläche.
Erhebliche Differenzen gibt es bei den Wohnungsgrößen auch zwischen den Berliner Bezirken. Sie finden sich in der nachfolgenden Tabelle.

Wie man sieht sind die Wohnungen in den westlichen Bezirken größer als im östlichen Stadtgebiet. Dies hängt mit der Bebauungsstruktur zusammen: Insbesondere Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf weisen größere gutbürgerliche Wohngebiete mit Villen sowie sehr großen Wohnungen aus der Gründerzeit auf.
Die Wohnflächen je Einwohner
Die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner liegt in Berlin bei 38,7 m2. Sie stieg in den Jahren 1999 bis 2004 von 37,9 m2 auf den jetzigen Wert an und stagniert seither auf diesem Niveau. Im Bundesdurchschnitt liegt die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner 2008 bei 42,2 m2. Im Vergleich zu anderen Großstädten ist die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner in Berlin dagegen relativ hoch.

Auch hier muss man beim Vergleich der Berliner Zahlen mit denen im Bund berücksichtigen, dass die Wohnungen in den großen Städten in der Regel kleiner sind als die in den Einfamilienhäusern.
Dies sind allerdings nur die rechnerischen Flächen je Einwohner. Bei diesen Werten muss berücksichtigt werden, dass die Wohnfläche des Gesamtbestandes einfließt, also auch die der leerstehenden Wohnungen, so dass – abhängig von der jeweiligen Leerstandsquote – die für die Bewohner tatsächlich verfügbare Wohnfläche geringer ist. Die tatsächliche Fläche dürfte daher in München wegen des geringeren Leerstandes größer sein.
Erhebliche Differenzen gibt es bei den Wohnflächen je Einwohner auch zwischen den Berliner Bezirken. Sie finden sich in der nachfolgenden Tabelle.

Einwohner je Wohnung
Auch bei der durchschnittlichen Belegungsdichte (Verhältnis aus Einwohnerzahl und Anzahl der Wohnungen) fallen deutliche Unterschiede ins Auge: In den Innenstadtbezirken Charlottenburg-Wilmersdorf (1,67) und Mitte (1,73) leben im Durchschnitt am wenigsten Personen in einer Wohnung. Im ebenfalls zentral gelegenen Friedrichshain-Kreuzberg ist die Belegungsdichte dagegen seit 2004 um 4,5 % angestiegen und liegt nun mit rechnerisch 1,86 Personen je Wohnung über dem Berliner Durchschnittswert von 1,81. Auch in Pankow, das in den letzten Jahren starke Anziehungskraft auf Zuziehende entfaltet hat, ist die Belegungsdichte in den letzten Jahren von 1,74 auf 1,80 angestiegen und erreicht damit nun einen Wert auf dem Niveau des Berliner Durchschnitts. Wo viele Familien mit Kindern oder Wohngemeinschaften leben, ist die Zahl der Personen pro Wohnung anscheinend höher als bei den saturierten Bewohnern.
Mit 1,90 Personen pro Wohnung liegt die Zahl in den am Stadtrand gelegenen Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Spandau deutlich über dem Berliner Durchschnitt. Hier scheint die Kombination von Großsiedlung und Einfamilienhaus-Gebieten zu einer höheren Belegungsdichte zu führen, da in beiden Bauformen größere Haushalte mit Kindern häufiger als im Berliner Durchschnitt sind.

Die Entwicklung der Wohnungsgrößen
Im Gegensatz zum Bundestrend hat die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung in Berlin in den vergangenen zehn Jahren kaum zugenommen. 2008 lag sie mit 70,4 m2 nur rund einen Quadratmeter über dem Wert von 1999 mit 69,2 m2. Im gleichen Zeitraum nahm im Bundesdurchschnitt die durchschnittliche Wohnungsgröße von einem ohnehin höheren Ausgangswert von 84,3 m2 im Jahr 1999 um weitere 2,1 m2 auf jetzt 86,4 m2 zu.
Die Wohnfläche je Einwohner stagniert in Berlin seit 2004 bei 38,7 m2. Deutschlandweit nahm die durchschnittliche Wohnfläche je Einwohner in den zurückliegenden zehn Jahren dagegen weiter zu und erreichte 2008 den aktuellen Wert von 42,2 m2.
letzte Änderung am 21.07.2010
