Wohnungen in Berlin
Zunächst stellt sich die Frage, was denn eine Wohnung in Berlin überhaupt ist. Wir haben uns darüber in einem Beitrag zum Thema „Mietsache“ Gedanken gemacht, auf den wir an dieser Stelle verweisen. Die Sache ist gar nicht einfach. Zusammenfassend kann man sagen, dass Räumlichkeiten dann eine Wohnung sind, wenn sie privat zum dauernden Aufenthalt genutzt werden sollen und wenn man in ihnen Essen, Schlafen und Kochen kann.
Statistische Angaben zur Wohnungssituation in Deutschland bekommt man u.a. (Und vor allem kostenfrei) vom Statistischen Bundesamt. Als Einstieg empfiehlt sich der Datenreport 2008, der unter folgender URL im Internet abrufbar ist:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/Datenreport,templateId=renderPrint.psml__nnn=true
Im 8. Kapitel befasst sich der Datenreport auf 24 Seiten mit den „Wohnverhältnissen und Wohnkosten“ in Deutschland. Wer nur dieses Kapitel lesen möchte findet es mit folgender Adresse im Web:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/Datenreport/Downloads/Datenreport2008Wohnverhaeltnisse,property=file.pdf
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg gibt regelmäßig Fortschreibungen zu Zahl und Struktur der Wohngebäude und Wohnungen in Berlin heraus. Die letzte Fortschreibung erfolgte zum 31.12.2008 und wurde vom Amt mit Pressemitteilung vom 30.06.2009 herausgegeben. Sie finden ihn mit folgendem Link:
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2009/09-06-30.pdf
Die letzte Langfassung wurde vom Amt im Juli 2008 herausgegeben. Wir referieren im folgenden nur die wesentlichen Zahlen. Den gesamten statistischen Bericht mit 16 Seiten finden Sie mit folgendem Link:
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_F1-1_j07_BE.pdf
Es gab in Berlin zum 31.12.2008 insgesamt 311.896 Wohngebäude mit 1.887.516 Wohnungen mit 6.775.780 Räumen und einer Wohnfläche von 132.581.000 qm. Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt somit bei 70,24 qm. Der durchschnittliche Raum hat eine Größe von 19,57 qm.
Aber Achtung: Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung vom 24.03.2009 über die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008 berichtet hat, betrug die durchschnittliche Wohnfläche aller Berliner Haushalte Anfang des Jahres 2008 rund 71 qm, während sie noch im Jahre 2003 bei lediglich 68 qm lag. Erhebliche Unterschiede bei der Wohnfläche bestehen zwischen Mieter- und Eigentümerhaushalten. Den 16 % der Berliner, die 2008 in den eigenen vier Wänden wohnen (2003: 11 %), stehen im Schnitt 103 qm Wohnfläche zur Verfügung, das heißt 38 qm mehr als in den Mieterhaushalten mit lediglich 65 qm Wohnfläche. Die gesamte Pressemitteilung finden Sie mit folgendem Link:
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2009/09-03-24.pdf
In den letzten 5 Jahren ist die Zahl der Wohnungen um 13.203 oder 0,7 % gestiegen. Auffällig ist dabei, dass vor allem die Zahl der großen Wohnungen mit 4 und mehr Zimmern zugenommen hat, während es doch immer heißt, es würden in Anbetracht der demographischen Entwicklungen vor allem kleinere Wohnungen benötigt.
Im Schnitt haben die Wohnungen über die Jahre gleichbleibend 3,6 Räume. Dies sind pro Person 2 Räume. Die Wohnfläche beträgt pro Person 38,8 qm. Sie ist damit seit 2002 um 0,3 qm oder 0,78 % gestiegen. Die geringste Wohnfläche haben mit 65,4 qm die Bewohner in Mitte, die größte mit 80,8 qm die in Steglitz-Zehlendorf.
Von den 1,88 Millionen Berliner Wohnungen waren laut Grundlagen zum Berliner Mietspiegel 2007 1.202.000 freifinanzierte mietspiegelrelevante Wohnungen. Weitere 220.000 Wohnungen sind Sozialmietwohnungen und eine nicht bekannte Anzahl an mit öffentlichen Fördermitteln sanierte Altbauwohnungen. Berlin bleibt damit weiterhin die größte Mieterstadt Deutschlands.
Anfang 2008 verfügten laut Mitteilung des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg vom 25.06.2009 470 000 (25 Prozent) von 1,9 Millionen Berliner Haushalten über Grundvermögen in Form von Wohngebäuden, Eigentumswohnungen, sonstigen Gebäuden und unbebauten Grundstücken. Der Bundesdurchschnittes liegt bei 48 Prozent. Berlin hat im Ländervergleich die geringste Eigentumsquote.
Nach den vorliegenden Ergebnissen der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2008, bei der Haushalte mit einem monatlichem Haushaltsnettoeinkommen über 18 000 Euro jedoch nicht einbezogen wurden, hält sich in Berlin der Besitz von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern annähernd die Waage: 40 Prozent der Berliner Haushalte mit Grundvermögen besaßen eine Eigentumswohnung, 43 Prozent ein Einfamilienhaus und 17 Prozent sonstige Gebäude. Gemessen an allen Berliner Haushalten hat jeder fünfte Haushalt ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung.
Anfang 2008 waren die Immobilien von 221 000 Berliner Haushalten (47 Prozent der Haushalte, die über Grundvermögen verfügten) mit Restschulden von Hypotheken, Bau- und sonstigen Darlehen belastet; im Durchschnitt mit 108 200 Euro je Haushalt.
Die gesamte Pressemitteilung finden Sie mit folgendem Link:
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2009/09-06-25.pdf
Neubau
2007
Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung vom 26.05.2008 mitgeteilt hat, wurden im Jahr 2007 in Berlin 3.391 Bauvorhaben fertig gestellt. Dabei wurden 3.380 Wohnungen neu gebaut; durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstanden 338 Wohnungen. Die meisten Wohnungen wurden in den Bezirken Pankow und Steglitz-Zehlendorf bezugsfertig. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der fertig gestellten Wohnungen insgesamt um 18,9 Prozent, bei den Wohnungsneubauten um 18,6 Prozent. In Ein- und Zweifamilienhäusern sank die Zahl der Fertigstellungen gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent auf 2 302 neue Wohnungen. Im Geschosswohnungsbau hat sich 2007 mit 1 028 fertig gestellten neuen Wohnungen die Zahl gegenüber dem Jahr 2006 mehr als verdoppelt.
Die gesamte Pressemitteilung finden Sie im Internet unter folgender URL:
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2008/08-05-26.pdf
2008
Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in einer Pressemitteilung vom 19.05.2009 mitgeteilt hat, wurden im Jahr 2008 in Berlin 2.938 Bauvorhaben fertig gestellt. Das sind 13,4 Prozent weniger als im Vorjahr. 3.048 Wohnungen wurden dabei neu gebaut; durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstanden 785 Wohnungen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Wohnungsneubauten um 9,8 Prozent. Die durch Baumaßnahmen fertig gestellten Wohnungen haben sich dagegen mehr als verdoppelt (132,2 Prozent) und damit den Rückgang bei den Wohnungsneubauten kompensiert. Somit stieg die Zahl der fertig gestellten Wohnungen insgesamt um 3,1 Prozent.
Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern ging die Zahl der Fertigstellungen gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel (–20,5 Prozent) auf 1 830 neue Wohnungen zurück. In Mehrfamilienhäusern gab es 2008 dagegen einen Anstieg um 13,0 Prozent auf 1.162 fertig gestellte neue Wohnungen.
Die gesamte Pressemitteilung mit einer Aufgliederung der Fertigstellungen nach den einzelnen Bezirken finden Sie im Internet mit folgendem Link:
http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2009/09-05-19.pdf
Will man prognostizieren, wie sich der Neubau im laufenden Jahr entwickelt, so ist die Zahl der Baugenehmigungen dafür der beste Indikator. Sieht man sich für Berlin die Zahlen der vergangenen 10 Jahr einmal an, so sieht man deutlich, dass die Zahl der Baugenehmigungen und der Fertigstellungen (jeweils Anzahl Gebäude) in etwa korrespondieren. Es kommt zu Verschiebungen zwischen den Jahren, aber unter dem Strich sind nach 10 Jahren etwa 97 % aller Genehmigungen auch genutzt worden.
letzte Änderung am 30.06.2009
